Ereignisse
Überblick
| 3100 v. Chr. - 3000 v. Chr. | Pfahlbauten |
| 952 n. Chr. | Erste urkundliche Erwähnung des Ortsnamens im Jahr 952 n. Chr. |
| 1173 - 1406 n. Chr. | Die Schirmhoheit über Horgen vor dem Jahre 1406 |
| 1200 n. Chr. | Horgen als wichtiger Verkehrspunkt |
| 1500 - 1800 n. Chr. | Die Verwaltung Horgens durch die Stadt Zürich 15. bis 18. Jahrhundert |
| 1600 - 1900 n. Chr. | Horgen als Standort für Handel, Gewerbe und Industrie |
| 1795 - 1804 n. Chr. | Stäfnerhandel 1795 / Bockenkrieg 1804 |
Pfahlbauten

3100 v. Chr. - 3000 v. Chr.
Die "Horgener Kultur"
Die in der Archäologie angewendete Bezeichnung von Fundorten für Kulturgruppen führte auch zu der Bezeichnung "Horgener Kultur".
Reichhaltiges Fundmaterial aus den frühen Seeufersiedlungen der Horgner Pfahlbauer lieferten ideale Voraussetzungen dafür. Im Jahr 1923 wurde die im Scheller entdeckte Fundstelle untersucht, aber erst im Jahr 1934 wirklich erforscht. Die Besonderheiten der Horgener Kultur charakterisieren sich in der Beschaffenheit, Einfachheit und Zweckmässigkeit der Geräte und Werkzeuge. Die Bedeutung von Horgen als Güterumschlagplatz zeigt sich also nicht nur im Mittelalter und in der Neuzeit, sondern bereits in der Stein- und Bronzezeit.
Erste urkundliche Erwähnung des Ortsnamens im Jahr 952 n. Chr.
952 n. Chr.
Horgen – "Horga"
In einer Urkunde von König Otto, aus dem Staatsarchiv Zürich, taucht der Name Horgen respektive "Horga" erstmals auf. Bei einem Aufenthalt in Zürich bestätigte er am 1. März 952 der Fraumünsterabtei Zürich ihre Besitzungen, darunter auch Horgen. Die Bezeichnung Horgen ist abgeleitet aus dem Begriff Horb = Sumpf. Horgen bedeutet demnach "bei den Sümpfen". Dass Horgen damals ein sumpfiges Gebiet war belegen auch die Flurnamen wie Moorschwand, Forrenmoos, Dürrenmoos, Rietwies usw. Die ersten Bewohner Horgens waren somit Jäger und Fischer. Später wurde Ackerbau betrieben und es entstand die Landwirtschaft.
Die Schirmhoheit über Horgen vor dem Jahre 1406
1173 - 1406 n. Chr.
Im Namen des Königs, respektive Kaisers, übten zuerst die Herzöge von Schwaben die Schirmhoheit über das Gebiet von Horgen aus. Für sie verwalteten die Grafen von Lenzburg bis im Jahre 1173 das Amt als Reichsvögte. Das Gebiet von Horgen fiel im Jahre 1173 bis zum Jahre 1218 den Herzögen von Zähringen zu. Nach dem Tode des letzten Zähringers 1218 verteilte der junge König – nachmals Kaiser Friederich II – die Besitzungen neu. Die Vogtei über den Reichsboden Horgen kam an die Freiherren von der Schnabelburg, also an das Haus Eschenbach. Nach der Ermordung König Albrechts und der Flucht Walter von Eschenbach kam im Jahre 1310 die Vogtei Horgen an die Herzöge von Österreich, welche diese an Johannes von Hallwil verpfändete. Im Jahre 1406 verkauften die Herren von Hallwil die Vogtei Horgen an die Stadt Zürich.
Horgen als wichtiger Verkehrspunkt

1200 n. Chr.
Horgen entwickelte sich infolge der günstigen Lage am Handelsweg (Nord-Süd) zu einem wichtigen Verkehrspunkt. Bereits seit der Römerzeit führte der internationale Handelsweg zwischen Deutschland und Italien über die Bündnerpässe. Dabei wurde der Zürichsee für den Transport von Waren und Gütern zu einer wichtigen "Handelsstrasse". Das änderte sich erst, als um 1200 die Schöllenen erschlossen wurde und sich damit der Gotthardpass als die kürzeste Verbindung zwischen Nord und Süd sowie umgekehrt erwies. Von Zürich wurden die Güter auf Schiffen "Ledinen" bis zum Horgner Susthafen (Haab) gerudert oder bei günstigen Windverhältnissen gesegelt. Dort wurde das kostbare Handelsgut für den Weitertransport in der Sust eingelagert. Der Weitertransport auf dem Saumweg über den Horgenberg, Hirzel, Babenwag nach Zug wurde mit Saumtieren ausgeführt.
Die Verwaltung Horgens durch die Stadt Zürich 15. bis 18. Jahrhundert

1500 - 1800 n. Chr.
Als Stadtzürcher mit Sitz in Zürich übte der Obervogt sein Amt aus. Ihm unterstellt war ein von den Stadtzürcher Behörden gewählter Untervogt. Diesem waren wiederum fünf durch Horgner Bürger gewählte Geschworene unterstellt. Horgen teilte in dieser Zeit mit der Herrschaft Zürich Schicksale, Vorzüge und auch Konflike (Zürichkrieg von 1441 bis 1450).
Horgen als Standort für Handel, Gewerbe und Industrie
1600 - 1900 n. Chr.
Viele der verwendeten Ledischiffe wurden von Schiffbauern aus Horgen hergestellt und von Schiffsleuten genutzt. Auch erforderte die Beschirrung der Saumpferde Berufsleute aus dem Sattler- und Schmiedegewerbe. So nahm auch das Horgner Gerberei- und Gewerbehandwerk sowie die ersten Dienstleistungsbetriebe (Wirtschaften) seinen Anfang.
Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Woll-, Leinen- und Baumwollindustrie zu einem wichtigen Horgner Erwerbszweig.
Spinnen und Weben als Heimarbeit war vor allem in der Landwirtschaft ein willkommener Nebenverdienst. Nebst dem auf Horgner Gemeindegebiet angebauten Wein, wurde anfangs des 19. Jahrhunderts - durch die endlich wirtschaftliche Bewegungsfreiheit der Landschaft - bald die Seidenindustrie der Horgner Firmen bahnbrechend. Einige Horgner Seidenpioniere sorgten dafür, dass ihre Seidenprodukte Weltruhm erlangten. Allein für den boomenden Export nach Amerika, wurde 1878 in Horgen (an der Bahnhofstrasse) eine amerikanische Konsularagentur eingerichtet, welche 1882 in ein Konsulat umgewandelt wurde. Der Fortschritt der Technik und der Pioniergeist der Unternehmer liess die Horgner Textil-Maschinenindustrie für viele Jahre aufblühen und verhalf der Gemeinde zu Wachstum, Ansehen und Wohlstand. Heute haben Dienstleistungsbetriebe der verschiedensten Art die Arbeitsplätze der Maschinenindustrie abgelöst.
Stäfnerhandel 1795 / Bockenkrieg 1804
1975 - 1804 n. Chr.
Auf Grund und Boden musste als jährliche Entschädigung von den Landpächtern (Bauern) eine Zehntensteuer an die Eigentümer entrichtet werden. Das heisst, dass jeder Bauer und Landbesitzer den zehnten Teil des Rohertrags im Namen des politischen Gemeinwesens der Stadt Zürich der Äbtissin des Fraumünsterklosters abzuliefern hatte. Der Widerstand der Landbevölkerung gegen diese Zehntenabgabe an die Stadt war gross. Dies insbesondere darum, weil die Stadtbürger selber diese Art von Steuer nicht entrichten mussten. Eine Anzahl angesehener Stäfner Bürger verfassten ein Memorial, welches die rechtliche Gleichstellung der Bürger von Stadt und Land in der Handels- und Gewerbefreiheit, militärische Gleichstellung, Abschaffung von Grundzinsen und der Zehntensteuer beinhaltete. Die Verfasser wurden durch die Stadt Zürich verurteilt und des Landes verwiesen. Stäfa und andere Seegemeinden wurden militärisch besetzt und viele Bewohner zu hohen Freiheits- und Geldstrafen gezwungen. Auf Druck der Landgemeinden proklamierte der Zürcher Rat erst im Februar 1798 endlich die "Rechtsgleichheit zwischen Stadt und Land". Zürich erliess im Jahre 1803 aus Angst vor einer drohenden Finanzkrise ein Gesetz über den Loskauf des Zehnten, welches nirgendwo so hoch angesetzt war wie in den Seegemeinden. Dies und die Einführung der Wiedereinführung des Zunftzwangs für die Handwerker belastete die Landbevölkerung dermassen, dass es bei der geforderten Huldigung auf die von Napoleon verfasste Mediationsverfassung zu eigentlichen Verweigerungen und Tumulten kam. Unter der Führung des Horgner Schuhmachers Johann Jakob Willi formierte sich Widerstand gegen die Stadt Zürich, welcher im sogenannten "Bockenkrieg von 1804" in die Geschichte einging. Die blutige Auseinandersetzung zwischen den "Rebellen" und den von der Stadt Zürich eingesetzten eidgenössischen Truppen endete schlussendlich damit, dass die Rädelsführer hingerichtet, die Seegemeinden entwaffnet und zu hohen Geldstrafen verurteilt wurden.
Das Buch "Bockenkrieg 1804" kann bei der Gemeindeverwaltung oder im Ortsmuseum "Sust" käuflich erworben werden.