Horgens Steuerfuss soll trotz Aufwandüberschuss bei 90 % bleiben
Der Gemeinderat beantragt der Gemeindeversammlung vom 10. Dezember 2026, den Steuerfuss für 2027 unverändert bei 90 Prozent festzusetzen. Das Budget rechnet mit einem Aufwandüberschuss von 4,3 Mio. Fr. Gleichzeitig verfügt Horgen über eine solide finanzielle Basis mit rund 131 Mio. Fr. zweckfreiem Eigenkapital.
Für das Jahr 2027 sind Ausgaben von 273,3 Mio. Fr. vorgesehen. Dem stehen Einnahmen von 269,0 Mio. Fr. gegenüber. Der Aufwandüberschuss fällt damit um 1,7 Mio. Fr. höher aus als im Budget 2026. Eine Einlage in die finanzpolitische Reserve kann nicht gebildet werden.
Die Steuererträge werden bei einem unveränderten Steuerfuss von 90 Prozent auf rund 98,5 Mio. Fr. geschätzt. Vor allem bei den juristischen Personen wird mit tieferen Einnahmen gerechnet. Gleichzeitig dürften die Steuern der natürlichen Personen zunehmen. Bei der Grundstückgewinnsteuer geht der Gemeinderat von Einnahmen von 17,5 Mio. Fr. aus. Beim Finanzausgleich wird mit 4,0 Mio. Fr. gerechnet.
Auch im kommenden Jahr stehen umfangreiche Investitionen an. Insgesamt sind Nettoinvestitionen ins Verwaltungsvermögen von 60,6 Mio. Fr. budgetiert. Davon entfallen 22,5 Mio. Fr. auf gebührenfinanzierte Bereiche und 38,1 Mio. Fr. werden über Steuern finanziert. Zu den grösseren Vorhaben gehören Investitionen in den Schulraum, die Erneuerung der Fernwärme, die Planung eines neuen Hallenbads sowie Infrastrukturprojekte.
Höhere Ausgaben durch Investitionen und Reorganisation
Die steigenden Ausgaben zeigen sich unter anderem bei den Abschreibungen. Diese nehmen gegenüber dem Vorjahr um 4,1 Mio. Fr. auf 11,7 Mio. Fr. zu. Grund dafür ist, dass mehrere grössere Projekte wie das neue Oberstufenschulhaus und das Schulhaus Gehren in Betrieb genommen werden.
Auch der Personalaufwand steigt um rund 3,1 Mio. Fr. Ein grosser Teil dieser Mehraufwendungen sind Folgekosten aus der Neuorganisation per 1. Januar 2026 sowie bereits bewilligten zusätzlichen Stellenprozenten, die 2027 erstmals über ein volles Jahr im Budget enthalten sind. Neue Stellen sind nur in begrenztem Umfang vorgesehen, insbesondere für Lernende und das Reinigungspersonal der neuen Schulhäuser.
Mit den geplanten Investitionen wird auch der Finanzierungsbedarf weiter zunehmen. Der Gemeinderat geht deshalb davon aus, dass künftig zusätzliche Fremdmittel aufgenommen werden müssen. Gleichzeitig wird bei neuen Vorhaben weiterhin sorgfältig priorisiert.
"Wir wollen die Lebensqualität in Horgen sichern und gleichzeitig verantwortungsvoll mit den Finanzen umgehen. Der Steuerfuss von 90 % trägt dazu bei, die Gemeinde attraktiv und finanziell gesund zu halten", erklärt Finanzvorsteherin Nathalie Böttinger.