Horgens Steuerfuss soll trotz Mehrausgaben bei 90 % bleiben
Der Gemeinderat beantragt der Gemeindeversammlung vom 11. Dezember 2025, den Steuerfuss auch im Jahr 2026 bei 90 % zu belassen. Trotz steigender Ausgaben und hohen Investitionen erachtet er dies angesichts der stabilen Finanzlage und eines zweckfreien Eigenkapitals von rund 109 Mio. Fr. als vertretbar.
Das Budget 2026 weist bei einem Aufwand von 262,7 Mio. Fr. und einem Ertrag von 260,1 Mio. Fr. einen moderaten Aufwandüberschuss von 2,7 Mio. Fr aus. Eine Einlage in die finanzpolitische Reserve ist deshalb nicht möglich.
Die Einnahmen aus Gemeindesteuern werden auf 101,4 Mio. Fr. geschätzt – weniger als im Vorjahr, insbesondere wegen rückläufiger Beiträge von Unternehmen. Demgegenüber rechnet die Gemeinde mit einer höheren Grundstückgewinnsteuer von 17 Mio. Fr.
Hohe Investitionen geplant – Finanzausgleich nimmt ab
Für 2026 sind Investitionen in Höhe von 54,1 Mio. Fr. vorgesehen. Schwerpunkte bilden der Ausbau von Schul- und Asylraum, die Planung eines neuen Hallenbads sowie weitere Infrastrukturprojekte. Damit verbunden sind auch steigende Personalaufwendungen, da neue Stellen für die Verwaltung und die Umsetzung der Projekte geschaffen werden müssen.
Horgen leistet aufgrund seiner Steuerkraft Zahlungen in den kantonalen Finanzausgleich. 2026 belaufen sich diese auf 9,05 Mio. Fr. – deutlich weniger als im Vorjahr (16,5 Mio. Fr.).
Die kommenden Jahre bleiben für die Gemeindefinanzen herausfordernd: steigende Ausgaben, sinkende Firmensteuern und hohe Investitionen führen zu zusätzlichem Druck. Künftige Kreditaufnahmen werden deshalb unvermeidbar sein. Trotzdem bleibt das Ziel klar: ein solider Finanzhaushalt, ein konkurrenzfähiger Steuerfuss und eine attraktive Gemeinde für die Bevölkerung.
"Wir wollen die Lebensqualität in Horgen sichern und gleichzeitig verantwortungsvoll mit den Finanzen umgehen. Der Steuerfuss von 90 % trägt dazu bei, die Gemeinde attraktiv und finanziell gesund zu halten", erklärt Finanzvorsteherin Nathalie Böttinger.