Szenario Integration/Partizipation
Wir alle, ob jung, ob alt, mit oder ohne Kinder, Paare, Singles, Schweizerinnen und Schweiz oder Ausländerinnen und Ausländer, wollen mit unseren Fähigkeiten und Bedürfnissen ernst genommen werden und auf unterschiedliche Art und Weise das Gemeindeleben mitgestalten. Integration betrifft uns alle.
Dieser Themenbereich umfasst daher sowohl die Bedürfnisse und das Zusammenleben aller Bevölkerungskreise - Kind, Jugend, Erwachsene, Familien, Senioren, Schweizer und Ausländer - als auch Themen wie Eigeninitiative, Eigenverantwortung und Mitwirkung.
Was kann/muss die Gemeinde Horgen dazu beitragen, dass Horgen auch in Zukunft geprägt ist von einer starken Identifikation des Einzelnen mit der Gemeinde, von Toleranz zwischen Generationen, Kulturen und unterschiedlichen Lebensweisen/-stilen?
Heute: Horgen ist ein gut funktionierendes Gemeinwesen und hat ein aktives Dorfleben. Die Bevölkerung ist durchmischt (Alter, Herkunft, Einkommen). Viele Horgnerinnen und Horgner engagieren sich für die Gemeinschaft. In Horgen leben verschiedene Kulturen, Generationen und Lebensstile zusammen. Horgen befindet sich in einer guten Ausgangslage.
Horgen von morgen: In Horgen leben verschiedene Kulturen, Generationen und Lebensstile friedlich zusammen. Die Einwohnerinnen und Einwohner tolerieren und akzeptieren sich gegenseitig. Die Vielfalt der Menschen (Alter, Herkunft, Lebensstile, etc.) wird als Bereicherung betrachtet. In der Gemeinde Horgen besteht eine gemeinsame Basis von Vorstellungen, wie miteinander umgegangen wird. Bei Konflikten übernimmt die Gemeinde eine aktive Rolle bei der Lösungsfindung. Die Voraussetzungen einer Durchmischung der Bevölkerung beim Wohnen sind gewährleistet.
Kern des gemeinschaftlichen Lebens in Horgen sind die Quartiere. In ihnen finden sich gesellschaftliche Strukturen, Know-how und eine Infrastruktur, die Begegnung und gemeinsames Handeln ermöglichen. Die Schule stellt neben anderen Einrichtungen und Angeboten ein wichtiges Element des Quartierlebens dar. Die Quartiere sind für alle Generationen attraktiv. Generationenbeziehungen und Begegnungen werden gefördert. Alle Horgnerinnen und Horgner werden nachhaltig auf ihre Eigenverantwortung und Eigenaktivität angesprochen.
Wer in Horgen lebt, weiss, dass er/sie in einer Gemeinde wohnt, die ein konstruktives Zusammenleben will und einen gesellschaftlichen Beitrag von allen Einwohnerinnen und Einwohnern erwartet. Mit verschiedenen Aktionen und Veranstaltungen werden die Menschen darauf aufmerksam gemacht. Personen, die aktiv etwas bewirken oder sich an der Entwicklung der Gemeinde beteiligen wollen, finden eine offene, tolerante Gemeinde und eine Ansprechkultur vor, die sie in ihren Bemühungen unterstützt. Für die kulturelle und soziale Beteiligung gibt es Projektunterstützungen, für die politische Beteiligung zielgruppen- und themenadäquate Mitsprachemöglichkeiten.
Szenario Sicherheit/Gesundheit
Sich sicher fühlen und auch wirklich sicher sein, sind zentrale Faktoren der Lebensqualität. Mit verschiedenen Massnahmen soll die objektive Sicherheit wie auch das subjektive Sicherheitsempfinden weiter gestärkt werden.
Gesundheit ist das höchste Gut. Mit verschiedenen Massnahmen will die Gemeinde zur Gesundheitsförderung der Bevölkerung beitragen. Dies kann beispielsweise in den Bereichen Bewegung, Ernährung von Kindern und Jugendlichen oder Suchtprävention sein.
Heute: Horgen ist eine sichere Gemeinde. Das hohe subjektive Sicherheitsempfinden der Horgner Bevölkerung wurde auch in einer Bevölkerungsumfrage der Gemeinde bestätigt. Littering, Vandalismus, etc. sind aber auch in Horgen wiederkehrende Themen der öffentlichen Diskussion. Verunsichernde Verhaltensweisen zwischen den Generationen, Bevölkerungsgruppen und Lebensstilen gab es, gibt es und wird es auch zukünftig geben.
Mit Aktionen wie z.B. „Horgen bewegt“ und einer guten Infrastruktur für Sport sowie aktiven Sportvereinen bietet die Gemeinde Horgen schon heute zahlreiche gesundheitsfördernde Angebote. Im Bereich Pflege und Alltagsunterstützung sind zahlreiche private Anbieter aktiv und öffentliche Angebote vorhanden. Die Gemeinde hat schon viel erreicht und will sich den Herausforderungen der Zukunft in den Bereichen Sicherheit und Gesundheit stellen.
Horgen von morgen: Die Horgner Bevölkerung lebt gesundheitsbewusst: Sie wird für gesundheitsfördernde Faktoren wie Bewegung sensibilisiert. Dies wirkt sich im Verhalten der Bevölkerung aus. Sucht- und Rauschmittelprävention werden koordiniert durchgeführt. Es werden zielgruppenspezifische Bildungsangebote für solche Themen angeboten (Unterrichtsmodule für Schulen, spezifische Angebote für Migrantinnen und Migranten, die ihre Ursprungskultur berücksichtigen usw.). Gesundheitsfördernde Aktivitäten im Sinne der Volksgesundheit (Breitensport usw.) werden gezielt gefördert.
In Horgen gibt es ein umfassendes Pflege- und Unterstützungssystem. Nachbarschaftshilfe, Alltagspflege und medizinische Hilfe werden in einer Kombination von freiwilligen und professionellen Diensten angeboten; freiwilliges Engagement wird durch Unterstützung der Fortbildung und andere Massnahmen (Sozialzeitausweis, in gewissen Fällen Spesenentschädigungen usw.) gefördert. Kranke, ältere oder sonst in einer Weise abhängige Menschen können dadurch in Horgen möglichst lange in ihrem eigenen Umfeld bleiben. Sozial werden sie den verschiedenen Wohnformen entsprechend integriert.
Die Menschen in Horgen leben und fühlen sich sicher. Das ist insbesondere eine Folge der intensiven sozialen Kontakte in den Quartieren und in der ganzen Gemeinde (vgl. auch Szenario 1). Verunsichernde Verhaltensweisen und Vorfälle (Littering, Vandalismus, Lärm, Pöbeleien, Respektlosigkeit) werden aktiv thematisiert und angegangen. Horgen trifft jene technischen und präventiven Massnahmen, die sich als sinnvoll erweisen: Abfallkonzept, Sicherheitsvereinbarungen bei Grossveranstaltungen, Beleuchtungskonzept usw.
Szenario Freizeit/Infrastruktur
Zu einer grossen Gemeinde wie Horgen gehört ein vielfältiges und buntes Freizeitangebot, das nicht in Konkurrenz zur Stadt Zürich stehen kann, sondern den Horgnerinnen und Horgnern vor Ort zahlreiche Möglichkeiten bietet und die Identität der Gemeinde stark prägt. Was wäre Horgen ohne Vereine, in denen sich Menschen sportlich messen, gemeinsam musizieren, sich kulturell oder anderweitig in die Gemeinschaft einbringen? Was kann die Gemeinde Horgen dazu beitragen, dass Horgen im Freizeitbereich eine lebendige Gemeinde bleibt und sich weiterentwickelt? Welche Angebote müssen ausgebaut und verstärkt werden?
Heute: Horgen verfügt über ein reichhaltiges Angebot an Freizeitaktivitäten für Jung und Alt. Dafür sorgen zahlreiche Anbieter in den Bereichen Sport, Kultur, etc. Die benötigte Infrastruktur ist mehrheitlich vorhanden. Die Möglichkeiten werden durch die Rahmenbedingungen der Gemeinde und durch die Eigenaktivitäten der Einwohner geschaffen. Innen- und Aussenräume bieten Möglichkeiten für Eigenaktivität.
Horgen von morgen : In Horgen sind die Freizeitmöglichkeiten, welche die Bevölkerung finden möchte, vorhanden. Diese Möglichkeiten werden durch die Rahmenbedingungen der Gemeinde und durch die Eigenaktivitäten der Einwohner geschaffen. Es gibt ein Label „Horgen l(i)ebenswert“, das all jenen Organisationen und Personen verliehen wird, die eigenaktiv und nach gewissen Standards, nicht- oder nur teilkommerzielle Angebote für die Einwohnerinnen und Einwohner machen. Das Label ist mit gewissen Unterstützungsleistungen verbunden (Know-how, Infrastrukturnutzung, allenfalls finanzielle Unterstützung).
Die in Teilszenario 1 erwähnten Quartierinfrastrukturen sind auch für dieses Szenario wichtig. Indoor- und Outdoorräume bieten die Möglichkeiten für Eigenaktivität. Dabei kann jedes Quartier seine Spezialitäten entwickeln, die auch für die andern Quartiere attraktiv sind. Damit wird sowohl Aktivität wie Begegnung im Quartier und in der gesamten Gemeinde angeregt. Für grössere Aktivitäten (Kultur, Sport) bestehen zentrale Infrastrukturen.
Innerhalb des Siedlungsraumes gibt es Ruheoasen (verkehrsfreie Zonen, kleine Parks und Plätze). Für Kinder besteht im näheren Wohnumfeld (für Schülerinnen und Schüler zu Fuss erreichbar) eine kreative grössere Spielgelegenheit (Abenteuerspielplätze). Ausserhalb des Siedlungsraumes wird sorgfältig mit dem Erholungsraum umgegangen. Der Privatverkehr ist gezielt gebündelt (obligatorische Parkräume am Rande der Erholungszonen) und durch einen guten öffentlichen Verkehr (Shuttlebusse) ergänzt. Vereine und informelle Veranstalter-/Anbietergruppen kennen sich gegenseitig und akzeptieren sich als Ergänzung. Mit offenen Veranstaltungen (Ferienpass, Sportparcours, Instrumentenparcours usw.) tragen sie ihre Angebote an neue Zielgruppen heran. Die Gemeinde erteilt interessierten Vereinen Leistungsaufträge für Angebote im Interesse der Allgemeinheit (z.B. Durchführung offener Sportangebote).